
ALIN COEN BAND: Wer bist du?

(Pflanz einen Baum/Rough Trade) Liebe Alin Coen Band, ich bin uneinverstanden. Euer meersalzbesprenkelter Bar/Lounge Jazzpop mag ja ein guter Ansatz sein. Aber dann muss es schon ein bisschen mehr sein, als heiße Luft und Intimität mit dem Vorschlaghammer. Es geht gut los, „Wolken“ hat einen schönen Text, die Stimme von Alin springt auf den äußerst präzise gespielten Tönen des Kontrabasses wie auf Steinen in einem See, so könnte das gehen. Aber danach wird’s affektiert. Ein langweiliges Geleiher ist „Darts“, Alin Coen ist darum bemüht ein stimmliches Knistern zu erzeugen, wirkt aber wie eine mäßig talentierte Schauspielerin, die ihr mangelndes Können mit einem übertriebenen Einsatz von Emotion wett zu machen versucht. „Same Boat“ klaut im Refrain derart dreist bei „Blueprint“ von den Rainbirds, dass sich hier ein Urheberrechtsstreit direkt lohnen würde. Richtig ärgerlich wird’s in „die Nähe“, Alins Stimme ist so aufgenommen worden, dass sie dem Hörer direkt ins Ohr klettert. Bei solch bräsigen Textzeilen wie „Hält dein Herz die Nähe aus/ oder bin ich dir zu nah?“, ist das keine Intimität sondern Belästigung, „ich will keine Grenze überschreiten“, ja klar, wer’s glaubt. Dieses übertriebene Schnurren und Mauzen verursacht einen Kater, und zwar unmittelbar. Und so geht das weiter, im Wechsel deutsch und englisch, egal, Texte und Gesang, sowie die Instrumentierung sind einfallslos, fad und eine Kollektion an kalkuliertem Gefühl, wenn es mal was intensiver wird, hört sich an wie Juli. Das ist dann wohl gehörig schief gegangen und jetzt alle: „I sneak around the coorner/ with the Blueprint of my lover!“
Info: www.myspace.com/alincoen
(Martin Makolies)








